Ist das Handeln von Aktien ethisch vertretbar?

Peter Zeier

Auf lange Sicht gibt es nichts Gewinnbringenderes als Aktien. Aber der Handel mit Firmenbeteiligungen wird von vielen als unmoralisch und verwerflich empfunden. Sollte man vom Aktiensparen lieber seine Finger lassen, bevor sie schmutzig werden?

Für gewisse Schweizerinnen und Schweizer gelten die Aktien als Teufelszeug. Für sie ist die Börse ein Tummelplatz der Unmoral. «Wie soll das überhaupt gehen? Man investiert sein Geld in Firmen und muss dann nur noch warten, bis es sich vermehrt? Echt jetzt? Das kann ja nichts Seriöses sein!» So, denken viele, die sich das Aktiensparen als etwas Unethisches vorstellen.

Doch genau darum geht es: Man entscheidet sich für ein paar Unternehmen, die einen Wert generieren und investiert mithilfe von Aktien in diese Firmen. So wird man Teilhaber dieser Unternehmungen. Als Aktionärin bzw. Aktionär ist man davon überzeugt, dass sich die Unternehmen, in die man investiert, im Laufe der Zeit positiv entwickeln bzw. immer weiterwachsen. Wenn eine Firma floriert, steigt damit meistens auch der Wert der Beteiligungspapiere an der Börse.

Dass gewisse Leute Aktien als etwas Unmoralisches empfinden, hat mit dem Bild von raffgierigen Bankern und Firmenchefs zu tun, die für den schnöden Mammon im Massanzug über Leichen gehen. Immer wieder hört und liest man von (Steuer-)Tricksereien und Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Strasse stellen. Alles für den Erfolg an der Börse bzw. den eigenen Profit.

Vorsicht mit Stereotypen

Wie überall im Leben solltest du aber nicht verallgemeinern und keine voreiligen Schlüsse ziehen, denn immer mehr Unternehmen halten sich an Branchen- und selber verordnete Regeln und zudem gehört Nachhaltigkeit heute im Privat- wie auch im Geschäftsleben immer mehr zum guten Ton.

Wer sein Geld hingegen auf irgendeinem Konto herumgammeln lässt, verdient in der momentanen Situation nicht nur kein Geld, die Inflation (das heisst, die Geldentwertung) zwingt dein Erspartes noch zusätzlich in die Knie. Zudem arbeitet die Bank mit dem Geld, das du ihr ausleihst. Damit weisst du nicht, was mit deinem Vermögen passiert, wo es überall hinfliesst. Aktionäre können hingegen selber wählen, welchen Firmen sie ihr Geld anvertrauen. An den Generalversammlungen der Unternehmen können sie mit ihren Stimmrechten sogar mitbestimmen, wenn sie das wollen.

Mit Aktien beteiligt man sich also direkt an einer Firma. Es ist deshalb die eigene Moral, die den Daumen bei einem Unternehmen nach oben oder unten halten lässt. Dabei sollte man auf die Produkte bzw. Dienstleistungen und die Kultur einer Firma achten. Wird es das Unternehmen auch in 20 Jahren noch geben? Was stellt es für Produkte her? Wie nachhaltig ist seine Geschäftsentwicklung? Alles was ein Unternehmen ausmacht, spiegelt sich schlussendlich in den Kennzahlen (wie Umsatz, Gewinn oder Dividende) wider.

Aktien waren in der Vergangenheit die erfolgreichste Anlage. Dies wird sich auch in Zukunft kaum ändern. Wenn man sein Geld breit verteilt in die richtigen Aktien investiert, kann man langfristig mitverdienen. Dies ist unser Job bei Spectravest. Wir kaufen ausschliesslich Aktien von Firmen, welche eine nachhaltige Geschäftsentwicklung verfolgen und Gewinne schreiben.

Themen

  • Aktien

Das könnte dich auch interessieren


Die Renditetreiber für Value

Livio Arpagaus

18.02.2025 • 1 Min.

Value Investing ist ein sehr breiter Begriff. Manche Leute verstehen darunter Investments in halbtote Turnaround-Geschwüre, andere den Kauf von stabilen Dividendentiteln oder Qualitätsaktien. Wir stellen ihnen die zwei für uns relevanten Value-Stile vor, was deren jeweilige Renditetreiber sind und wann welcher Stil zum Einsatz kommen sollte.

Artikel lesen

Hungernde Haifische

Peter Frech

18.11.2024 • 7 Min.

Noch nie gab es eine so lange Phase der Underperformance tief bewerteter Aktien – zumindest gemäss den Masszahlen der Quants von AQR. Die meisten Value-Investoren mussten die letzte Dekade eine ausgeprägte Hungerstrecke erdulden und verschwinden zunehmend vom Börsengeschehen. Werden die Märkte damit ineffizienter? Und was sind die richtigen Schlussfolgerungen daraus?

Artikel lesen

Das Vorbeben in Japan

Peter Frech

15.08.2024 • 4 Min.

Der heftige Mini-Crash am 5. August war vermutlich nur ein Vorbeben. Unter der lange ruhigen Oberfläche lauern weitere Gefahren für die Finanzmärkte. Die Spannungen, welche sich durch jahrzehntelange Nullzins-Politik aufgebaut haben, sind noch nicht gelöst. Trotz der Gefahr weiterer Börsenbeben sind robuste und antifragile Anlagen weiterhin erstaunlich günstig zu haben.

Artikel lesen
Abonniere unseren Newsletter